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Thilo Bock ist ein Schriftsteller aus Berlin,
der regelmäßig auf Lesebühnen auftritt.

DIESER TEXT SOLLTE EIGENTLICH UNSICHTBAR

SEIN, WARUM ER DAS NICHT IST, WEISS NICHT

EINMAL DAS UNTER DEM DATUM DES 4. MAI 2007

ABGEBILDETE SCHWEIN.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

Donnerstag, 04. Oktober 2007

Daß ich Jens Friebes Musik toll finde, habe ich schon in der Vergangenheit an anderer Stelle verlauten lassen, wiederhole es aber gerne. Vor allem sein Debüt Vorher Nachherbilder gehört zu den Alben, die bleiben werden, jedenfalls in meiner ewigen Heavy Rotation. Toller Midipop mit extraguten Texten. Das neue Werk Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache Dir ist nichts Passiert kann da durchaus mithalten. Das Midieske ist etwas zurückgenommen, was mich nicht weiter stört, zumal es ja mit Konrad Endler längt einen neuen King of Midipop gibt.

Ich möchte mich hier nur mit einem Lied beschäftigen, das untypisch ist für den Rest des Albums, eben doch wieder elektromäßig, man könnte dazu gut tanzen, in Diskotheken mit französischen Namen, und es selbst heißt auch französisch, nämlich Jeu de Cons.* In der  arroganten Trockenheit von Vortrag und Text ist es eins der traurigsten Stücke über das Ende einer Liebe. „Siehst du diesen Haufen Asche, / Das war einmal unser Glück“ und nun bringt der Expartner dem Singenden „die Tasche / Mit den Sachen drin zurück“. Der Text besteht nur aus drei Strophen und einem Refrain, mehr gibt es eben nicht mehr zu sagen und jede Zeile hat es in sich. „Ich packe meinen Koffer / Und ich nehme mit“ heißt es da, die Liebe ist eben ein seltsames Spiel und geht von einem zum anderen, übrig bleiben nur die Koffer zum Aufbewahren der Erinnerung. Was aber wird bei diesem ›Spiel des Arschlochs‹ in den Koffer gepackt? Bei Friebe ist es nur ein bitteres „Nichts“. Was dem Verlassenen „Neben individuellen Souvenirs“ bleibt, ist ein Roman: „Bei den von dir markierten Stellen / Wusste man nie, warum sie es war’n“. Das Bild gefällt mir gut und es ist zudem das nachträglich erkannte Indiz für das Scheitern der Beziehung. Nun wird das Buch verstanden wie  „Eine Truhe voller Schätze“: „Und ich lese deine Spur / Die verunstalteten Sätze“.

Das ist dann auch die Analyse des Scheiterns, alles ist gesagt, was folgt ist die Wiederholung des Refrains auf Französisch. Schluß. Aus. Nochmal!

Interessant ist übrigens die Struktur des Textes, denn sie folgt dem zitierten Spiel, worauf Friebe in seinen letzten Samstag in der taz veröffentlichten Linernotes hinweist: “Jede Strophe wiederholt die vorherige und fügt einen Vierzeiler hinzu.“

 

* Praktischerweise kann man hier in alle Lieder der Platte reinhören.

 

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